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4 September, 2026
Bildschirm oder Bilderbuch? Beides. Was die Forschung zu digitaler Bildung in der Kita sagt
Der Träger fragt nach einem Konzept für digitale Bildung, im Team gehen die Meinungen auseinander, und beim Elternabend kommt die Frage, ob die Kinder jetzt auch in der Kita am Tablet sitzen. Kennt ihr das? Dann lohnt sich ein Blick auf das, was die Forschung dazu sagt.
Warum das Thema jetzt auf dem Tisch liegt
Die Bildungsschere öffnet sich früh, zu Hause wird zu wenig vorgelesen, und Medien sind längst da. Kinder wachsen mit ihnen auf. Die Frage ist, ob sie dabei jemand begleitet. Genau hier liegt die Chance der Kita: Sie ist für viele Kinder der einzige Ort, an dem Medien gemeinsam genutzt, besprochen und eingeordnet werden.
Was die Forschung zu digitalen Bilderbüchern sagt

Entscheidend ist weniger die Dauer als das, was auf dem Bildschirm passiert und wer dabei ist. Eine Meta-Analyse der Universität Leiden (Takacs, Swart und Bus 2015, 43 Studien mit 2.147 Kindern) zeigt: Digitale Bilderbücher mit Animationen, Musik und passenden Geräuschen verbessern Textverständnis und Wortschatz messbar. Spiele und anklickbare Hotspots lenken dagegen ab und lassen diesen Vorteil wieder verschwinden. Und am stärksten profitieren Kinder, denen zu Hause selten vorgelesen wird.
Das Tablet ersetzt das Vorlesen also nur dann, wenn das Kind allein gelassen wird. Wenn die Fachkraft die Geschichte beginnt, innehält, nachfragt und die Kinder erzählen lässt, bleibt die Vorlesesituation bestehen.
Drei Prinzipien für den Kita-Alltag
1. Begleitung schlägt Bildschirmzeit
Ein Gerät ist in der Kita nie ein Beschäftigungsangebot. Es wird nur genutzt, wenn eine Fachkraft dabei ist, und ist danach für die Kinder nicht frei zugänglich.
2. Anlass statt Dauerangebot
Digitale Angebote bekommen einen festen Platz im Tagesablauf, zum Beispiel dienstags in der Kleingruppe zum Wochenthema. Das macht die Nutzung planbar und nimmt die Sorge vor der schleichenden Ausweitung.
3. Das Digitale gehört in die Hand der Fachkraft
In vielen guten Konzepten ist das digitale Werkzeug gar nicht für die Kinder gedacht, sondern für die Fachkraft, die damit ein analoges Erlebnis vorbereitet. Bei Kide Science, unserem MINT-Konzept, sehen die Kinder zum Beispiel gar keinen Bildschirm.
Digitale Bildung in der Kita heißt nicht, dass Kinder mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen. Sie heißt, dass Kinder lernen, Medien gemeinsam mit einem Erwachsenen zu erleben, statt allein damit zu sein.
Wenn ihr euch im Team auf diesen Satz einigen könnt, ist der schwierigste Teil geschafft. Alles Weitere ist Organisation. Und dafür haben wir euch etwas vorbereitet.

Der kostenlose Leitfaden für Kita-Leitungen
„Bildschirm oder Bilderbuch? Beides.“ liefert auf 12 Seiten Antworten auf die fünf häufigsten Sorgen im Team, fünf Praxissituationen für den Kita-Alltag, Vorlagen für Teamsitzung und Elternabend und eine Checkliste für die ersten fünf Schritte.
Leitfaden kostenlos herunterladenQuellen
Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung (2026): Bildung in Deutschland 2026. bildungsbericht.de
Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung (2024): Vorlesemonitor 2024. stiftunglesen.de
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2024): miniKIM-Studie 2023. mpfs.de
Takacs, Z. K., Swart, E. K. und Bus, A. G. (2015): Benefits and Pitfalls of Multimedia and Interactive Features in Technology-Enhanced Storybooks. A Meta-Analysis. Review of Educational Research, 85(4).
Weitere Studien: ilteducation.com/de/studien/
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